Bolzenschweißen

Bolzenschweißen ist eine Sonderform des Lichtbogenschweißverfahrens und dient zur Herstellung von dauerhaften Verbindungen zwischen großen Werkstücken und Bolzen.

Dieses Verfahren ist sehr zeitsparend, da der Lichtbogen direkt zwischen dem Werkstück und dem Bolzen oder Stiften gezündet wird, wobei die Lichtbogenein- und austrittsflächen aufgeschmolzen werden. Die beiden Metallteile werden im Zustand der Schmelze mit leichtem Druck zusammengefügt und so dauerhaft miteinander verbunden.

Beim Bolzenschweißen muss die Oberfläche elektrisch leitfähig sein. Daher ist es zwingend notwendig, dass zum Beispiel Lack, Rost oder Zunder vor dem Schweißen entfernt wird. Sind die Bleche verzinkt, muss man diese vorher auf Ihre Schweißmöglichkeit kontrollieren.

Beim Bolzenschweißen wird zwischen Spitzenzündung und Hubzündung unterschieden. Sie sind grundlegend identisch, unterscheiden sich nur in der Zündungsart des Lichtbogens.

Die Vorteile des Bolzenschweißens

  • sehr kurze Schweißzeit
  • geringer Verzug
  • sehr feste Verbindung
  • keine Nachbearbeitung
  • rentables Schweißverfahren

Group 5 Copy Created with Sketch. Spitzenzündung

Bei diesem Verfahren muss an der Unterseite des Bolzens eine kleine Spitze vorhanden sein. An dieser Spitze zündet der Lichtbogen und schmilzt diese sowie die gesamte Bolzenunterseite auf. Das dabei entstehende Schweißbad ist für das Fügen des Bolzens ausreichend. Das Spitzenzündungsverfahren ist eine zügige Schweißmethode und eignet sich besonders für dünnere Blechstärken ab 0,6 mm. Hierbei kommen Schweißbolzen von M3 bis M8 mit einem Durchmesser zwischen 2 und 10 mm zum Einsatz.

Diese Art des Bolzenschweißens ist sehr vielseitig nutzbar. Sie wird zum Beispiel in der Elektroindustrie, im Gehäusebau, im Fassadenbau oder auch im Apparatebau eingesetzt.

Group 5 Copy Created with Sketch. Hubzündung

Der Bolzen befindet sich beim Hubzündungsverfahren im direkten Kontakt mit dem Werkstück. In dieser Position wird der Bolzen unter Strom gesetzt und bildet so mit dem Werkstück einen geschlossenen Stromkreis. Durch das Anheben des Bolzens entsteht dann der, für das Aufschmelzen wichtige, Lichtbogen. Bolzen und Werkstück werden dann genau wie beim Spitzenzündungsbolzenschweißen zusammengefügt.

Dieses Verfahren nutzt man bei höheren Blechstärken ab 2mm. Hierbei werden Schweißbolzen mit Durchmessern von 2 bis 22 mm (M24) verwendet. Auch die Art des Hubzündungsbolzenschweißens ist sehr vielseitig nutzbar. Sie wird beispielsweise im Stahlbau, im Maschinenbau, im Kesselbau oder auch im Schiffsbau eingesetzt.

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